Freitag, 9. Oktober 2020
Küssnacht ist kein Covid-19-Hotspot

Nach medialem Druck und angesichts rapid steigender Corona-Fallzahlen publiziert das kantonale Departement des Innern erstmals einen nach Gemeinden aufgeschlüsselten Überblick. Zudem ruft es nachdrücklich zu vorsichtigem Verhalten auf.

fab. Was bislang angeblich aus Datenschutzgründen nicht möglich war, ist auf einmal machbar: Der Kanton Schwyz veröffentlicht erstmals nach Gemeinden aufgeschlüsselte Corona-Fallzahlen. Hintergrund ist nicht nur die angespannte epidemiologische Lage im Kanton Schwyz, sondern auch der steigende mediale Druck in den letzten Tagen, nachdem das zuständige Amt äusserst spärlich und zögerlich informiert hatte und für Nachfragen kaum zu erreichen war.

Nur wenige Fälle in Küssnacht
Aktuell verzeichnet der Kanton Schwyz 258 positiv auf das Coronavirus getestete Personen. Die meisten davon sind zu Hause in Isolation. 18 Personen werden in Alters- und Pflegeheimen und acht Personen im Spital isoliert. Im Vergleich zum Vortag kamen 69 neue Corona-Fälle hinzu. Erstmals seit Juli vermeldet der Kanton wieder einen Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-Infektion. Im Kanton Schwyz sind derzeit 325 Personen im Zusammenhang mit Corona-Fällen in Quarantäne. Weitere 282 Personen sind in Quarantäne, weil sie aus einem Risikogebiet zurückkehrten.

Aktueller Corona-Hotspot im Kanton Schwyz ist eindeutig der Hauptort mit 65 Infizierten. Verhältnismässig hoch sind die Zahlen auch in Einsiedeln, Muotathal, Illgau und Goldau, wo die meisten Fälle im Alterszentrum Mythenpark zu verorten sind. Im Bezirk Küssnacht sind die Fallzahlen nach wie vor verhältnismässig tief. Aktuell zählt der Bezirk neun positiv auf Covid-19 getestete Personen.

Aufforderung zum Maskentragen
Die hohen Ansteckungszahlen im Kanton Schwyz bringen das Contact Tracing an den Anschlag. Das Departement des Innern wolle verhindern, dass es aufgrund eines weiteren starken Anstiegs der Fallzahlen nicht mehr gewährleistet werden kann, heisst es in einer Mitteilung. Da an diesem Wochenende insbesondere auch im inneren Kantonsteil grössere Anlässe stattfinden, appelliert das Innendepartement an die Mithilfe der Bevölkerung und ruft diese zu vorsichtigem und solidarischem Verhalten auf. Dazu gehöre insbesondere auch, dass dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden könne, eine Maske getragen werde. Eine eigentliche Tragepflicht hat der Kanton Schwyz bislang aber weder für Veranstaltungen, noch für Läden beschlossen. Aktuell prüfe der Kanton jedoch weiterführende Massnahmen, schreibt das Departement des Innern.

Neu ist indes eine weitere Nachricht: Wer bei privaten oder öffentlichen Anlässen eine Maske trägt, muss nicht in Quarantäne geschickt werden, wenn sich später herausstellt, dass an diesem Anlass positiv auf das Coronavirus getestete Personen anwesend waren.

Hinweis: Die vom Schwyzer Departement des Innern verbreitete Übersichtskarte enthielt zwei fehlerhaft eingefärbte Gemeinden. Obige Version wurde daher von unserer Redaktion korrigiert.