Donnerstag, 15. Oktober 2020
Manch ein CVPler will das ‹C› loswerden

Die CVP Schweiz möchte mit einem neuen Namen in die Zukunft schreiten. Bei den Küssnachter CVP-Mitgliedern kommt das mehrheitlich gut an.

fab. Bald könnte die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) nicht nur das vieldiskutierte ‹C› verlieren, sondern auch das ‹V› und das ‹P›. Dies zumindest auf nationaler Ebene. Geht es nach der Parteileitung, heisst die Partei künftig ‹Die Mitte›. Damit will sie den «Aufbruch wagen», sich «öffnen», «weiterentwickeln» und Neuwähler hinzugewinnen. «Mit dem neuen Parteinamen werden sich unsere Werte nicht ändern», entwarnt der Parteivorstand. Der Inhalt bleibt also gleich, nur die Verpackung wird ausgewechselt.

Jahrzehntelanger Sinkflug
Ob die CVP ihren Namen tatsächlich ändert, entscheiden ihre Mitglieder. Bis heute Freitag können sie an der entsprechenden Urabstimmung teilnehmen. Die Kantonalparteien können sich derweil bis 2025 Zeit lassen mit dem Entscheid, ob sie den neuen Namen ebenfalls übernehmen wollen. Es ist nicht das erste Mal, dass die CVP über ihren Namen diskutiert. Seit 40 Jahren verliert sie auf nationaler Ebene Wähleranteile und ist mittlerweile im Nationalrat nur noch die fünftstärkste Partei. Ihr Wähleranteil lag nach den letzten Parlamentswahlen noch bei 11,4 Prozent. «Unser Stammwählerpotenzial haben wir ausgereizt», schreibt denn auch der Parteivorstand in den Abstimmungsunterlagen. Es stelle sich daher die Frage, wie die CVP als Partei national wieder wachsen könne.

Die CVP habe den Sprung aus ihren Stammlanden, in denen sie überdurchschnittlich stark war, nie geschafft. Das führt der Parteivorstand darauf zurück, dass die CVP als katholische oder religiöse Partei wahrgenommen werde – und diese Wahrnehmung habe etwas mit dem Parteinamen zu tun, insbesondere mit dem ‹C›. Im Kanton Schwyz wie auch im Bezirk Küssnacht verlor die CVP in den letzten Jahrzehnten stetig Wähleranteile, auch wenn sie hier nach wie vor stärker vertreten ist als in vielen anderen Kantonen.

Wie also stehen die Küssnachter CVP-Mitglieder zur Umbenennung? Der ‹FS› befragte elf von ihnen, darunter sämtliche Kantons- und Bezirksräte. Mehr dazu in der aktuellen Freitagsausgabe.