Mittwoch, 23. Dezember 2020
Impfwillige brauchen noch etwas Geduld

Heute Mittwoch wurden im Kanton Schwyz die ersten Personen gegen Covid-19 geimpft. Den Anfang machten Bewohner und Mitarbeiter eines Ausserschwyzer Pflegeheims. Erste Impfungen in Küssnacht sind noch nicht spruchreif, werden aber vorbereitet.

fab. Der Kanton Schwyz hat heute Mittwoch damit begonnen, erste ältere Menschen gegen Covid-19 zu impfen. Durchgeführt wurde die Impfung im Pflegeheim Obigrueh in Schübelbach durch den Rettungsdienst Lachen. In einer Medienmitteilung des Departements des Innern lässt sich einer der ersten Geimpften, der 89-jährige Peter Kannenberg (im Bild), folgendermassen zitieren: «Ich habe volles Vertrauen in die Arbeit von Swissmedic. Es ist wichtig, dass wir uns alle möglichst rasch impfen lassen. Nur so wird es möglich sein, dass wir in absehbarer Zeit wieder ein normales Leben führen können.»

WWie viele Personen sich impfen liessen und wie gross der Anteil der impfwilligen Bewohner und Angestellten des Pflegeheims Obigrueh war, ist der Mitteilung des Kantons nicht zu entnehmen. Im Vorfeld sagte Kantonsapothekerin Regula Willi, unter den Bewohnern sei die Quote hoch, beim Personal jedoch eher niedrig.

Fünfstufige Priorisierung
Gestern Dienstag informierten die Schwyzer Gesundheitsdirektorin Petra Steimen und Kantonsapothekerin Regula Willi über die Schwyzer Impfstrategie. Sie orientiert sich an jener des Bundes. Erste Priorität haben demnach besonders gefährdete Personen, also ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. Zweite Priorität hat das Gesundheitspersonal. An dritter Stelle folgen Menschen, die mit besonders gefährdeten Personen zusammenleben. Danach sollen Impfungen in Einrichtungen vorgenommen werden, in denen ein erhöhtes Infektions- und Ansteckungsrisiko besteht. Letztlich, sobald genügend Impfdosen zur Verfügung stehen, können sich auch alle übrigen Personen impfen lassen.

Vorerst 1950 Impfdosen für den Kanton Schwyz
«Zurzeit steht nur eine beschränkte Menge Impfstoff zur Verfügung», erklärte Gesundheitsdirektorin Steimen am Dienstag. Konkret sind für den Kanton Schwyz aktuell 1950 Dosen von Pfizer/Biontech reserviert. Diese muss die Kantonsapothekerin bei der Armeeapotheke bestellen. Nach der Anlieferung ist der Impfstoff innert fünf Tagen zu verabreichen, damit er nicht kaputt geht. Für jede Person sind zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen notwendig. «Die Impfung ist freiwillig und kostenlos», betonte Petra Steimen gegenüber den Medien.

Es gilt, den derzeit spärlich vorhandenen Impfstoff gezielt einzusetzen. Am Samstag ist mit dem Alterszentrum Frohsinn in Oberarth eine zweite Schwyzer Institution an der Reihe. Man habe sich zum Auftakt bewusst für die beiden genannten Institutionen entschieden, denn diese seien aktuell Corona-frei und von einer überschaubaren Grösse, erklärte Kantonsapothekerin Regula Willi am Dienstag.

Sunnehof und Seematt müssen sich gedulden
Im ganzen Kanton registrieren derzeit Alters- und Pflegeheime die Impfwilligen unter ihren Bewohnern und Mitarbeitern. Welche Institutionen wann als nächstes folgten, sei noch nicht definiert, sagte Gesundheitsdirektorin am Dienstag. Die Bewohner und Mitarbeiter der Alterszentren Sunnehof in Immensee und Seematt in Küssnacht müssen sich also noch etwas gedulden. Klar ist bereits, dass der Rettungsdienst Küssnacht den Impfstoff in die Heime bringen, dort aufbereiten und verabreichen wird.

In einer zweiten Phase plant der Kanton Schwyz drei regionale Impfzentren an den drei Spitalstandorten Lachen, Einsiedeln und Schwyz zu eröffnen. Bestenfalls wird dies am 4. Januar der Fall sein. Klar ist, dass sich Impfwillige anmelden müssen und eine Priorisierung gemäss der Impfstrategie vorgenommen wird. Sobald genügend Impfstoff vorhanden ist, werden in einer dritten Phase auch Impfungen in Arztpraxen und Apotheken möglich sein.