web11Hundekot4 Donnerstag, 1. April 2021
Jetzt sollen Kameras das Problem lösen

Vielen Spaziergängern stinkt es gewaltig. Immer wieder lassen Hundehalter die Haufen ihrer Haustiere auf öffentlichen Plätzen liegen. In Immensee wirft nun Big Brother einen Blick darauf.

aj. Seit Längerem sorgen im Bezirk Küssnacht liegengelassene Hundehäufchen für Ärger. Zuletzt beklagten sich vor allem Immenseer über die zunehmende Problematik (‹FS›-Nr. 11/12). Auf dem Spielplatz am See und der angrenzenden Wiese sammelt Anwohnerin Manuela Suter täglich Hundekot auf – obwohl sie selbst keinen Hund besitzt. Sie müsse ständig aufpassen, nicht in einen Haufen zu treten, wenn sie mit ihren Kindern spazieren gehe, erzählte sie damals dem ‹FS›. Das Problem besteht seit Jahren und auch eine Aktion von Privatpersonen brachte keine Besserung. So wurden etwa die im Jahr 2018 handgeschriebenen Tafeln an der Quaianlage in Immensee scheinbar einfach ignoriert. Darauf stand: «An alle Hundebesitzer. Bitte sammelt den Kot eurer Hunde auf, dafür gibt es die Kotbeutel. Danke für eure Rücksichtnahme.»
Selbst auf dem damaligen Hundetrainingsplatz im Luterbach kümmerten sich die Hundehalter nicht um die Haufen. Vor rund drei Jahren äusserte sich Heidi Troxler von der Hunde-Plauschgruppe Küssnacht zu diesem Thema. Es sei vorgekommen, dass Hundehalter mit dem Auto zum Trainingsplatz fuhren und – ohne auszusteigen – ihre Hunde auf der Wiese herumrennen und das Geschäft verrichten liessen. Danach fuhren sie einfach Weg, ohne sich um den Kot zu kümmern.

Sünder am Pranger
Warum einige Hündeler ihre Pflicht nicht ernst nehmen, kann sich Manuela Suter nicht erklären. An einem Mangel an Abfalleimern und Hundekotbeuteln könne es jedenfalls nicht liegen, dass der Kot nicht aufgenommen werde. Klar ist allerdings, dass ein solches Verhalten gegen das Gesetz verstösst. Aufgrund des Ausmasses in Immensee schalten sich jetzt scheinbar sogar die Behörden ein. Wie dem ‹FS› zu Ohren kam, sollen auf dem betroffenen Spielplatz und der Wiese daneben Kameras installiert werden. So würde man die Sünder zumindest auf frischer Tat ertappen. Zurzeit muss ein Hundehalter für das nicht korrekte Entsorgen von Hundekot mit einer Busse von bis zu 50 Franken rechnen. Der Kanton prüft indes eine Abstufung des Häufchenreglements. Je nach Anzahl und Grösse des liegen gelassenen Geschäfts würde es für Herrchen entsprechend teurer.
Wer wiederholt seine Pflicht verletzt, muss zudem damit rechnen, sein Foto bald auf dem Dorfplatz an einem Baum zu finden. Ähnlich wie zu Ostern die Eier und an der Fasnacht die Konfetti, werden dann die Gesichter der Sünder dort hängen. Für Betroffene gibt es allerdings eine Möglichkeit, diesem Pranger zu entgehen: Sie können sich beim Verkehrs- und Einwohnerverein Immensee (Vevi) melden und Frondienst leisten, indem sie einige Stunden lang dessen Grillstellen aufräumen und säubern.