Montag, 13. April 2015
Es ist wichtig, sich für die Schule einzusetzen

Vergangenen Mittwoch tagte in Schwyz zum ersten Mal das kantonale Jugendparlament.
Unter den 43 Teilnehmern waren auch zwei Küssnachter Sekundarschülerinnen. Der FS
hat mit den beiden gesprochen.


fab. Wieso habt ihr an der Jugendsession teilgenommen?
Olivia Härtner (15): Ich mache gerne so Sachen und mag solche Abwechslung. Ich fand es spannend, mal zu sehen wie das abläuft und fand es gut, dass auch wir Jugendliche mal mitreden können.
Ladina Gamma (14): Ich nahm teil, weil ich mir einen guten Einblick und gute Erfahrungen erhoffte. Es machte dann auch viel Spass.

Interessieren euch eher spezifische politische Themen oder das Diskutieren an sich?
Olivia: Das Diskutieren.
Ladina: Mich auch. Ich diskutiere sehr gern über etwas.

Wie informiert ihr euch darüber, was im Bezirk, in der Schweiz oder sonstwo geschieht?
Olivia: Ich lese nicht so oft Zeitungen. Aber ich informiere mich über Internet Fernsehen.
Ladina:: Ich gehe viel auf die 20 Minuten-Website. Und dann habe ich noch ein sehr gesprächiges Grosi (lacht).

An der Jugendsession wurden in vier Arbeitsgruppen einzelne Themen diskutiert. Ihr habt euch entschieden, in Sachen Bildungspolitik mitzureden. Warum?

Ladina: Ich finde es wichtig, dass man sich für die Schule einsetzt, vor allem jetzt, wo der Kanton sparen muss.
Olivia: Wir stecken da gerade mittendrin. Umso wichtiger ist es, dass wir mitreden können.

Teilt ihr die Forderung des Jugendparlaments, den Cannabis-Konsum begrenzt zu legalisieren?
Ladina:Wir waren beide dagegen. Klar, es wird sowieso auf dem Schwarzmarkt verkauft, aber man muss die Leute ja nicht noch zusätzlich zum Konsum verführen.
Olivia: Und vor allem ist es doch so, dass bei einer Legalisierung ab 18 Jahre auch die Jugendlichen besser zum Cannabis kommen, wenn auch auf Umwegen. Manche haben ältere Geschwister oder Freunde, über die sie Cannabis beziehen können.

Findet ihr, praktische Lebenskunde komme in eurem Schulunterricht zu kurz?
Olivia: In der Schule behandelten wir bloss zwei grosse Themen: Berufswahl und Sexualkunde. Sonst eigentlich nicht viel.

Welche Themen möchtet ihr denn im Unterricht besser behandelt haben?
Ladina:Berufswahl, aber das haben wir eigentlich schon. Zudem: Was alles auf uns zukommt, wenn man volljährig wird. Steuern zum Beispiel.

Wie reagieren eure Mitschüler eigentlich auf eure Teilnahme an der Jugendsession?

Ladina:Unsere Klassenlehrerin bat uns, den anderen kurz davon zu erzählen.
Olivia:Die Reaktionen waren gering. Aber jene, denen wir ausführlicher erzählten, was wir in Schwyz gemacht haben, fanden es schon noch cool.

Ihr wart die einzigen Teilnehmerinnen aus Küssnacht …
Ladina: Der Zettel hing halt bloss herum. Unsere Lehrerin machte uns aber darauf aufmerksam. Das sollten alle tun.
Olivia:Ich denke, dass viele Schüler das etwas falsch verstanden und dachten, die Jugendsession sei langweilig.

Möchtet ihr nächstes Jahr wieder teilnehmen?

Ladina: Ja, denn man erhält einen guten Einblick in was so läuft und welche Themen Jugendliche interessieren.
Olivia:Ich auch, denn ich habe einiges gelernt an der Session.

Könnt ihr euch vorstellen, euch in einem anderen Rahmen politisch zu engagieren?
Ladina: Wenn es um Themen geht, die mich betreffen oder an denen ich Spass habe, dann schon.
Olivia: Ich fände es noch cool, gerade um neue Erfahrungen zu machen.