Freitag, 17. April 2015
Herz ersetzt Dampfibia für einige Monate

Für kurze Zeit klaffte am Quai eine Lücke: Die Dampfibia war verschwunden. Während sie vom Rost befreit wird, nimmt ein grosses Herz ihren Platz ein.


fab. Seit 1997 stand am Quai unterhalb des Monséjours die Dampfibia. Eine Skulptur, halb Dampflokomotive, halb Dampfschiff, welche der Künstler Hubertus Löwenherz und der Schlosser Wilhelm Banz nach einer Zeichnung von Peter Feusi gebaut hatten. Das dampfbetriebene Amphibienfahrzeug entstand anlässlich des 150-Jahre-Jubiläums der Dampffahrt zu Wasser und zu Lande. Nun hat Banz die Dampfibia entfernt. Der Grund: Sie hat Rostschäden und muss deshalb dringend restauriert werden. «Auf der Seite hat es ein grosses Rostloch», sagt Banz. «Wenn ein Kind da reinfasst und sich verletzt, hafte ich», so der Eigentümer der Dampfibia.


Als Löwenherz und Banz vor knapp zwanzig Jahren die Stahlskulptur bauten, dachten sie nicht an eine Restauration. «Wir schweissten sie Stück für Stück zusammen, weshalb es Hohlräume hat.» Da ein Zinkbad nicht möglich war, wurde Rostschutz angebracht, doch der blätterte über die Jahre stellenweise ab. Die Dampfibia begann von innen heraus zu rosten. «Ich muss die Skulptur nun auseinandernehmen, um überhaupt zu sehen, wie stark das Metall beschädigt ist», erklärt Banz, was sehr aufwändig sei. Danach will er die Dampfibia für die nächsten 20 bis 30 Jahre vor Korrosion schützen. Die restaurierte Skulptur wird jedoch gleich aussehen wie bisher. Wilhelm Banz rechnet mit Restaurationskosten im oberen vierstelligen Bereich.

Unterstützung durch Bezirk
Banz wäre froh, wenn sich der Bezirk an den Restaurationskosten beteiligen würde. Er ist sich bewusst, dass er dem Bezirk auch etwas geben muss, wenn er ihn um die Finanzierung eines sich in privatem Besitz befindlichen Kunstwerks bittet. «Ich schlug dem Bezirksrat deshalb einen Leihgabevertrag über 20 Jahre vor», sagt Banz. Verschenken will er das Werk keinesfalls. Auf die Restauration zu verzichten und die Skulptur fortzuwerfen, ist ebenfalls keine Option. Zu fest ist sie dem 55-Jährigen ans Herz gewachsen.


Von der Kulturkommission hat Banz nun ein positives Signal erhalten. Gemäss deren Leiter Armin Tresch hat die Kommission entschieden, «dass die Restauration der Dampfibia vorgenommen werden soll». Der Bezirk werde in den nächsten Wochen mit Wilhelm Banz das Vorgehen besprechen, richtet der Statthalter aus.