37schutzen WEBDienstag, 9. Mai 2017
300 Schützen erkoren den Rigimeister

Am Wochenende endete das siebte Rigischiessen der Armbrustschützen Merlischachen. Die Schützen erklären, warum sie das Armbrustschiessen so fasziniert und weshalb die Sportart so anspruchsvoll ist.

mn. Ein Wilhelm-Tell-Klischee wird, so viel sei gesagt, in diesem Text nicht vorkommen. Zu hinkend ist der Vergleich, wenn man einmal einem Armbrustschützenfest beigewohnt hat.

Über 300 Schützen kamen an den letzten beiden Wochenenden nach Merlischachen, um am siebten Rigischiessen des Armbrustschützenvereins teilzunehmen. Über eine Distanz von dreissig Metern versuchen die Schützen den Pfeil in die Mitte der Scheibe zu bringen. Dabei wird die Armbrust zuerst mit Hilfe eines Spannbogens aufgespannt, der Pfeil präpariert und anschliessend kniend geschossen.

«Armbrustschiessen ist die wohl schwierigste Schiessdisziplin», meint Markus Eberhard, Mitglied des ASV Merlischachen und gleichzeitig leidenschaftlicher Sportgewehrschütze. «Im Vergleich zu anderen Schiesssportarten ist die Präzision bei der Armbrust sehr hoch, da es sich nicht um ein explosives Geschoss handelt. Dementsprechend haben aber externe Störfaktoren, vor allem Wind, eine sehr grosse Einwirkung, was das Armbrustschiessen besonders schwierig macht. Es ist viel Gefühl und mentale Stärke gefragt.»

Ein geselliger Anlass
Das Rigischiessen wurde erstmals nach der Jahrtausendwende durchgeführt, kurz nachdem das neue Schützenhaus neben dem Bahnhof Merlischachen fertig gebaut wurde. «Bis heute handelt es sich um eine der modernsten Armbrustschiessanlagen der Zentralschweiz», erklärt OK-Präsident Lukas Ambauen.

Der Verein entschied sich damals, ein Standeröffnungsschiessen durchzuführen – quasi der Ursprung des Rigischiessens, welches anschliessend alle zwei Jahre organisiert wurde. Nach einer fünfjährigen Pause entschieden sich die Merlischacher Schützen, dieses Jahr die Tradition wieder aufleben zu lassen.

Während im oberen Stock konzentriert geschossen wird, wird unten in der Schützenstube geplaudert, gegessen und getrunken. Ambauen: «Bei unserem Verein hat die Geselligkeit einen ebenso hohen Stellenwert wie das Schiessen selbst.» 

In der Schweiz gibt es rund 1800 aktive Armbrustschützen. Nur die Suche nach Schützennachwuchs gestaltet sich schwierig für den Verein. «Wir hatten früher Jungschützen im schulpflichtigen Alter. Wenn diese älter werden, verlieren sie aber oft das Interesse am Sport. Dazu kommen hohe Belastungen, beispielsweise wegen der Ausbildung», so Lukas Ambauen. «Interessierte sind bei uns aber jederzeit willkommen.»