Dienstag, 16. Mai 2017
Anfänger schnupperten Golfluft

Zwei vergnügliche Schnupperstunden erlebte ein Dutzend Interessierte am Muttertag im Golf Club Küssnacht. Es machte Spass, hat aber auch eine mentale und körperliche sportliche Komponente.

ju. Locker und mit viel Enthusiasmus liessen sie es angehen, das Dutzend Schnupperer am Muttertag-Sonntag auf dem Golf Club Küssnacht. Sie haben sich durch das Angebot Golf – it’s magic des nationalen Golfverbandes ASG und den Beitrag im FS zu einem kostenlosen zweistündigen Golfen für jedermann verführen lassen. Nachdem alle registriert waren, einen passenden Schläger in den Händen hielten und in Reih und Glied in der Driving Ranch standen, konnte es losgehen. Die Gruppe, bunt durchmischt, setzte sich mit einer Ausnahme aus Anfängern zusammen. Einige hatten sich schon mal beim Minigolf mit Schläger und Ball angefreundet.

Schmerzende Arme – gerötete Finger
Golfprofessional Gavin Hopkins und Golflehrer Philipp Heidelbach hatten nun das Sagen. Dies auch weil Trump erst um 11.00 Uhr kommen könne, lockerte Gavin – das Du ist üblich beim Golfsport – die Stimmung. «Ich bin der Ungeduldige und Philipp der Geduldige», folgten weitere Informationen. Dann ging es zur Sache: Wie stehen, wie drehen, wie die Hände am Schläger, wo bleiben die Füsse, leichter Hüftknick, Arme leicht beugen, dann wieder strecken. Für Einzelne waren das zu viele der Anweisungen auf einmal. Die beiden Trainer korrigierten verbal: «Elvira den Fuss nicht anheben, du bist heute nicht beim Ballett!»

Nachdem die Fussstellungen und der Abschlag ein wenig sassen, ging es um eine fliessende Körperbewegung: «Nicht bewegen wie eine Vogelscheuche, Knie entspannt wie ein Torwart», machte Gavin weiterhin humorvoll auf Stimmung. Dazwischen gab es Informationen zum Material: Ein Schläger wiegt 420 Gramm und nicht zwei bis drei Kilo, wie Elvira mutmasste. Vielleicht deshalb, weil sie das Training bereits im Arm spürte. Nach gut 20 Minuten durften die ersten Bälle geschlagen werden. Philipp demonstrierte wie weit ein Ball mit Technik und praktisch ohne Kraft über 200 Meter fliegt. «Dafür braucht es 20 Jahre Übung und einen Eimer Erfahrung», der Kommentar von Gavin. «Ich treffe nicht mal den Ball», seufzte Elvira bei ihren ersten Versuchen. Lucas fand es zwar cool «hätte aber nicht gedacht, dass es so schwierig ist». Bereits rote Finger stellt Yasmine fest.

100-Meter-Ball und Schweisstropfen
Die Küssnachterin Anita Küttel mit ihren Töchtern Anita und Elvira hat sich aufgrund des Berichtes im FS für die Teilnahme entschieden: «Das geht für Morgengymnastik, schliesslich war ich 45 Jahre im Turnverein». Sie sei vor Jahren bei der Eröffnung des Golf Clubs hier gewesen und möchte sich nun erklären lassen, wie man den Schläger richtig hält und alles Weitere. Tochter Elvira scheint Talent zu haben, mit ersten Schweisstropfen auf der Stirn schlägt sie ihren Ball über 100 Meter.

Schläger und Technik wechseln
Von der Driving Ranch geht es hinüber zum Putting Green und die Schläger werden gewechselt. Auch hier müssen Körperhaltung, Fussabstand, Blickfokus und Schwung der Arme stimmen: «Auf keinen Fall die Handgelenke mitbewegen sonst werden 40 Liegestützen aufgebrummt» ein weiterer Spruch von Gavin. Philipp und Gavin gehen auch hier mit wertvollen Tipps von Probant zu Probant, korrigieren die Handhaltung, die Dosierung beim Abschlag. Scheint gewirkt zu haben: Elvira realisiert den ersten hole in one, mit einem Schlag einlochen. Ein Vierloch-Mini-Turnier bildete den Abschluss des umfassenden und äusserst interessanten Golfkurses, bei dem alle viel Spass hatten.