45badi WEBDienstag, 6. Juni 2017
Fotografieren in Badis: Ja oder nein?

So viele Vorteile Smartphones haben, sie bergen auch Gefahren – vor allem in Badis. Ein Fotografier- und Filmverbot in Badeanstalten, wie es in Deutschland eingeführt werden soll, möchten aber die wenigsten Badegäste. 

aj. «Ein Fotoverbot wäre Schwachsinn, denn jeder macht gerne Erinnerungsfotos von sich und seinen Kindern», sagt Nicole Grün, die oft mit ihren Kindern in der Badi Immensee ist. «Wichtig ist es nur, dass man keine anderen Leute auf den Bildern hat und der Hintergrund neutral ist.» Grün ist selbst Mutter und ihr ist es deshalb vor allem wichtig, dass ihre beiden Töchter Lana und Vanessa immer erreichbar sind, wenn sie mal alleine weggehen. Wenn sie aber als Familie unterwegs sind, könne das Smartphone auch mal zuhause gelassen werden.

Lana und Vanessa hingegen würden – sollte ein Foto- oder sogar ein Telefonverbot in Badis eingeführt werden – nicht mehr in die Badi gehen. «Jeder darf sein Handy dabei haben, da gibt es kein Gesetz und deshalb sollte es auch in den Badis nicht verboten werden», meint Lana.

Es gibt auch kritische Stimmen
Meral Neubauer aus Immensee hingegen, spricht sich klar für ein Verbot aus: «Es wäre ein Vorteil für die Kinder und Eltern, da man sich viel freier fühlen würde und keine Angst haben müsste, dass Fotos der eigenen Kinder von Fremden missbraucht werden.»

Nachteile des Smartphones sieht auch Romy Dompert aus Immensee. Man sei nirgendwo mehr allein und es herrsche allgemein eine mangelnde Kommunikation untereinander durch die Nutzung der Telefone. «Ausserdem muss davon ausgegangen werden, dass jeder jeden filmen und fotografieren kann», so Dompert. Sie selbst mache trotzdem auch gerne Bilder von ihren Kindern und versteht also ebenso diejenigen, die gegen ein striktes Fotoverbot sind: «So lange es aber im familiären Rahmen ist und bleibt, finde ich es in Ordnung.»

Wie sich die Badibetreiber zu einem Verbot stellen lesen Sie auf der aktuellen Ausgabe