46Fussgangerstreifen WEBDonnerstag, 8. Juni 2017
Alles Wehren nützte nichts: Er ist weg

Die Gegenwehr war vergebens: Das Tiefbauamt will keinen Fussgängerstreifen im Gebiet Sumpf. Er wurde am Dienstag endgültig entfernt. Grund: Zu wenig Fussgänger nutzen ihn. 

inf. Der Fussgängerstreifen im Gebiet Sumpf zwischen Küssnacht und Merlischachen ist weg. Er wurde am Dienstagnachmittag entfernt. Dies wenige Stunden nachdem das kantonale Tiefbauamt die Medien über die Aufhebung des Streifens informierte. Sämtliche Gegenwehr der Anwohner und der Strassengenossenschaft Obstgarten mit Unterstützung des Bezirksrats nützte nichts. Der Entscheid ist definitiv.

Mit einer Petition gewehrt
Im vergangenen Herbst gab das Tiefbauamt des Kantons Schwyz bekannt, dass sämtliche Fussgängerstreifen in Geschwindigkeitsbereichen über 60 km/h demarkiert werden. Dies aufgrund einer neuen Norm des Schweizerischen Verbandes der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS). Gemäss dieser sind Zebrastreifen in Tempo-80-Zonen nicht mehr zulässig. Betroffen von dieser Neuerung war im Bezirk Küssnacht einzig der Fussgängerstreifen im Sumpf.

Die Ankündigung zur Aufhebung des Streifens löste bei den Anwohnern natürlich keine Freudensprünge aus. Die Sümpfler wehrten sich gegen den Entscheid und reichten eine Petition zur Erhaltung des Streifens ein. 96 Personen unterschrieben damals.

Auch die Strassengenossenschaft Obstgarten schaltete sich ein und schrieb dem Tiefbauamt einen Brief. «Die Querung der Fussgänger», erklärte die Präsidentin Sybille Hofer damals, «bildet eine sichere Anbindung ans Quartier für die Nachbarn bergseits der Kantonsstrasse.» In der Gegenrichtung führe sie die Sümpfler sicher zum Naherholungsgebiet Allmig – über den einzigen Fussgängerstreifen auf der rund zwei Kilometer langen Strecke zwischen Astrid-Kapelle und Dorfeingang Merlischachen. Die Strassengenossenschaft schlug deshalb vor, die Höchstgeschwindigkeit auf der Luzernerstrasse von 80 auf 60 km/h zu reduzieren. Für dieses Anliegen sprach sich später auch der Bezirksrat aus.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) hat daraufhin im Auftrag des Kantons den Fussgängerstreifen sowie eine Geschwindigkeitsreduktion überprüft. «Das Gutachten der bfu bestätigte die Erstbeurteilung des kantonalen Tiefbauamtes und empfiehlt die Demarkierung des Fussgängerstreifen», begründet das Tiefbauamt nun die Entscheidung zur Aufhebung des Streifens.

Detaillierte Infos zum Gutachten finden Sie in der aktuellen Ausgabe