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Auf dem Sprung von der U23 zur Elite

WM-Gold und Weltbestzeit: Am Wochenende verbuchte Julian Müller seinen bislang grössten Erfolg. Damit rückt der 21-jährige Merlischacher auch seinem Fernziel näher: den Olympischen Spielen.

su. Der U23-WM-Titel bildet Julian Müllers Karrierehöhepunkt als Ruderer – und das obwohl er erst vor fünf Jahren damit anfing. «Ich trainierte einmal pro Woche beim Küssnachter Ruderclub Rigi und kam jedes mal strahlend und glücklich vom Training nach Hause», erinnert sich der 21-Jährige an seine ersten Geh- bzw. Schlagversuche auf dem Wasser.

Schon im zweiten Jahr wechselte er zum See-Club Luzern, dem grössten und wohl besten Ruderclub der Schweiz. 2014 wurde Müller Vize-Schweizer Meister und schaffte den Sprung ins Nationalkader.

«Man muss andere Dinge zurückstecken», antwortet der disziplinbewusste Überflieger auf die Frage nach seinem Geheimrezept. Regelmässige Ferien oder jeden Abend eins trinken zu gehen mit Freunden liege halt nicht drin. «Aber», betont Müller: «Es lohnt sich und macht mir weiterhin Spass, mich voll aufs Rudern zu fokussieren.»

Zuerst Elite, dann Tokyo
Voll auf den Sport setzen konnte Müller im vergangenen Jahr, weil er ein Zwischenjahr und – wie sein Teamkollege Andri Struzina – die Sportler-RS absolvierte. Früchte trugen die perfekten Trainingsbedingungen nicht nur an der U23-WM. Im Mai fuhr Müller auch seinen ersten Weltcup bei der Elite.

Möglichst weit vorne mitmischen bei den Spitzenruderern will Müller auch nächstes Jahr – und 2020 an die Olympischen Spiele nach Tokyo. Deshalb wird Müller das Wirtschaftsstudium, das er im September an der Universität Luzern startet, teilzeit absolvieren. Für den Bachelor plant er fünf oder sechs anstelle der gängigen drei Jahre ein. «Je nachdem, wie viel ich vor und nach den olympischen Spielen trainieren werde», wie Müller sagt.

Der WM-Titel öffnet ihm nicht nur in sportlicher, sondern auch in finanzieller Hinsicht Türen. Schon jetzt erhält er wertvolle Beiträge von einer Stiftung und dem Kanton. «Dank unserem Erfolg hoffen wir, nächstes Jahr auch von der Sporthilfe unterstützt zu werden, die sehr hohe Beiträge sprechen.» Damit stünden die Zeichen umso besser, dass Julian Müller den Sprung von der U23 in die Elite schafft – und den Olympischen Spielen in Tokyo einen weiteren Schritt näherkommt.