86web marcel bolfingFreitag, 27. Oktober 2017
Berufsalltag, der sich wie ein Krimi liest

Im Zimmer mit einem Doppelmörder, ein Job-Angebot der Mafia oder einen Promi, den er als Brandstifter überführte: Marcel Bolfing erlebte so einiges als Polizist und Schadeninspektor. Nun schrieb der Küssnachter ein Buch darüber.

inf. Der Fall sorgte damals für ein grosses Medienecho: Ein erfolgreicher Kampfsportler und mehrfacher Schweizer Meister glaubte, das perfekte Alibi für sich verschafft zu haben. Er heuerte einen Gehilfen an, der sein hoch verschuldetes Fitness-Studio anzündete, während er mit Bekannten im Ausland in den Ferien weilte und sich so ein felsenfestes Alibi aneignete.

Ziel war es, die Versicherungssumme von einer Million Franken einzukassieren. Und fast hätte es geklappt, wäre da nicht der zuständige Schadeninspektor gewesen, der von der Prahlerei des Versicherungsnehmers hörte, sich ein perfektes Alibi verschaffen zu können.

Darüber misstrauisch geworden, nahmen die Untersuchungen ihren Lauf. Mittels einer falschen Fährte und abgehörten Telefonleitungen des Versicherungsnehmers kam der Schwindel schliesslich auf. Versicherungsgelder kriegte der Kampfsportler keine, dafür einen Aufenthalt im Gefängnis.

Lebhaft in Erinnerung

Beim genannten Schadeninspektor handelte es sich um Marcel Bolfing aus Küssnacht. Der heute 87-Jährige hat viel erlebt als Polizist und später als Schadeninspektor und selbstständiger Berater für diverse Versicherungen. Sein Metier: Betrugsaufklärung, mehrheitlich im Zusammenhang mit Schmuck und Edelsteinen.

Noch heute erinnert er sich lebhaft an all die verschiedenen Fälle und erzählt davon, als hätte er erst gestern daran gearbeitet. «Viele Bekannte sagten mir immer wieder, ich solle doch mal ein Buch schreiben», sagt Bolfing. Und das hat er nun. Ein Jahr lang hat er daran geschrieben – alles aus dem Kopf.

Ob der eingangs erwähnte Brandstifter, ein Raubüberfall in einem Parkhaus oder ein Trinkgeld, das aufhorchen lässt – die Geschichten lesen sich wie ein Krimi, kurzweilig und spannend. «Es sind Alltagsgeschichten aus meinem Berufsleben. Die Leser sollen sich unter anderem ein Bild machen können über die Arbeit eines Schadensinspektors», nennt Bolfing die Beweggründe, ein Buch zu verfassen. Dabei war es sein Ziel, die Themen einfach und für jedermann lesbar wiederzugeben – ohne unnötige Fachausdrücke.

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