Montag, 30. Oktober 2017
Müller klettert zum Schweizer Meistertitel

Besser kletterte am Samstag keiner. Der Küssnachter Marco Müller ist frischgebackener Schweizer Meister in der Königsdisziplin des Sportkletterns.

fab. Das Beste kam für Marco Müller zum Schluss der Saison: der Schweizer Meistertitel im Lead-Klettern. «Ich könnte mir keinen besseren Abschluss vorstellen», sagte der Küssnachter nach dem Wettkampf. Seine Freude sei riesig, zumal dies ja auch sein erster Titel in der Elite-Kategorie sei.

Dass Müller das Zeug für die nationale Kletterspitze hat, hatte sich mit seinen zahlreichen Erfolgen in den Nachwuchskategorien längst abgezeichnet. Bei der Elite reichte es ihm bislang aber nicht ganz nach vorne. Letztes Jahr begann er zudem ein Studium, worunter sein Trainingsaufwand merklich litt. Trotzdem zeigte der 21-Jährige ein solides Wettkampfjahr, dessen Highlight bislang der dritte Platz an der Schweizer Meisterschaft im Speed-Klettern vor drei Wochen war.

Den Titelverteidiger entthront
Am Samstag trat Müller nun «ohne grosse Erwartungen» in Uster zur Schweizer Meisterschaft in der Königsdisziplin, dem Lead-Klettern, an. Hier steht nicht die Geschwindigkeit, sondern die Schwierigkeit der zu meisternden Route im Mittelpunkt. Schon in den beiden Qualifikationsdurchgängen lag Müller auf Podestkurs und konnte im Finaldurchgang den Titelverteidiger entthronen. «Ich war mental parat und die Finalroute lag mir sehr, da sie steil war und dynamische Züge verlangte», resümiert Müller. Den letzten beiden Finalisten konnte er danach zuschauen, wie sie weiter unten in der Route unerwartet einen Griff nicht erwischten und ins Seil fielen.

Ohne Druck zum Erfolg
Insgesamt sei sein Erfolg schon «sehr überraschend» gekommen, sagt Marco Müller. Er habe sich zwar recht fit gefühlt, aber nicht gedacht, dass es zum Titel reichen würde. Als Schlüssel zum Erfolg bezeichnet er denn auch, dass er keine grossen Erwartungen hatte und deshalb ohne Druck klettern konnte. «Ich konnte mich daher gut auf die Routen fokussieren und somit mein Bestes geben», sagt er und fügt an, ein bisschen Glück gehöre natürlich schon auch dazu.

(Foto: Guido Hügin)