Dienstag, 7. November 2017
Das gelbe Bähnli wird ausrangiert

Nun haben sie endgültig ausgedient: Am Sonntag um 16.00 Uhr verliessen die alten Luftseilbahnkabinen zum letzten Mal die Stationen. Eine glückliche Familie ersteigerte die spezielle letzte Bergfahrt auf die Seebodenalp.

mn. So schönes Herbstwetter wie zu Beginn des Wochenendes hätte die Luftseilbahn Küssnacht-Seebodenalp (LKüS) auch für ihren allerletzten Betriebstag verdient. So trist wie das Wetter war die Stimmung am Sonntag im Festzelt bei der Talstation zum Glück aber nicht. Trotz fröhlicher Stimmung haftete dennoch ein bisschen Wehmut an den Gesichtern der Besucher. «Für mich ist es insgesamt ein freudiger Tag», meinte Othmar Thurnherr, administrativer Leiter der LKüS AG. «Jede Ära geht einmal zu Ende, so auch diese.» Die Vorfreude auf die neue Seilbahn überwog bei Thurnherr sichtlich, auch an diesem denkwürdigen Tag.

Im Festzelt spielten Ländlerhess und die Siebäsiächä, die Alphornbläser läuten mittags feierlich den Festakt ein. In einer kurzen Rede entführte Verwaltungsrat Roger Fischer die Besucher anschliessend auf eine kleine Zeitreise – von den Anfängen der Bahn bis heute. «Insgesamt wurden um die 3,2 Mio. Gäste mit dieser Seilbahn transportiert», so Fischer. In den letzten Jahren wurde es für die Betreiber immer schwieriger, die Auflagen von Seiten des Bundesamtes zu erfüllen. Oder wie es Seilbahn-Betriebsmitarbeiterin Regula Arnold ausdrückt: «Es ist Zeit, dass die alte Dame in Rente geht.» Denn besonders bei Wind hatte die Bahn immer wieder mit Störungen zu kämpfen – so auch am Sonntag.

Die allerletzte Fahrt
Die letzte Bergfahrt wurde ganz nach amerikanischer Manier versteigert. Resi Trütsch heizte die versammelte Menge an, welche jeweils ein Nötli bieten konnte. Gleichzeitig lief ein Countdown. Der oder die letzte Bietende vor Ablauf des Countdowns, durfte die Fahrt geniessen. Glückliche Gewinner waren Evi und Martin Hess, welche mit ihren drei Kindern um 16.00 Uhr zum letzten Mal in die gelbe Kabine stiegen. Othmar Thurnherr und LKüS-Verwaltungsratspräsident Benno Barmettler feierten diesen Moment, zusammen mit der Familie Hess, mit einem Glas Champagner. Ein Grund zum Feiern bot dieser denkwürdige Tag allemal – ist er doch auch der Startschuss einer neuen Ära.