90web suk lochDonnerstag, 9. November 2017
Die Kosten trägt die Bauherrschaft

Ende September klaffte plötzlich ein gähnendes Loch über dem Südportal der Südumfahrung. Was der Schaden kostet, weiss man noch nicht. Klar ist hingegen, wer dafür aufkommt.

fab. Im Tunnelbau sind geotechnische Risiken nie gänzlich auszuschlies-sen. Das mussten die am Bau des Tunnels Burg beteiligten Mineure diesen Sommer bereits zwei Mal erfahren. Erst mussten sie wegen einem Wassereintritt auf der Nordseite den Tunnelvortrieb in die Räbmatt verlegen und dann wurden sie auch dort gebremst.

In der Dorfhalde, hoch über dem Tunnel, senkte sich am 20. September plötzlich der Boden und verschwand in einem dunklen Loch. Personen kamen dabei keine zu Schaden, doch der Vorfall brachte den Tunnelvortrieb auf der Südseite nach gerade mal 18 Metern zum Stillstand – und es drohen Mehrkosten. Wie gross diese sind und wer dafür aufkommt, das wollten Anfang Oktober die beiden Kantonsräte Matthias Kessler (CVP) und Andreas Marty (SP) vom Regierungsrat erfahren. Nun haben sie Antwort erhalten.

Bauherr trägt Risiko
Die Untersuchungen und Abklärungen der beiden Vorfälle sind noch nicht abgeschlossen, weshalb der Regierungsrat das genaue Ausmass des Schadens noch nicht beziffern kann. Das Tiefbauamt rechnet mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag.

Im Tunnelbau sei es Usus, dass der Baugrund ein Bauherrenrisiko darstelle, schreibt der Regierungsrat. Somit müssen die Bauherren der Südumfahrung, also der Kanton Schwyz und der Bezirk Küssnacht, für den Schaden aufkommen. Was nicht von deren Haftpflichtversicherung gedeckt ist, wird anteilsmässig auf ihre Schultern verteilt. Bedeutender seien die Stillstand- und Ohnehinkosten für den optimierten Tunnelvortrieb, schreibt der Regierungsrat. Diese würden derzeit abgeklärt und seien durch die offene Reserve im Verpflichtungskredit gedeckt.

Keine Schlamperei
Regierungsrat und Baudepartement stellen sich hinter die Bauleiter, Planer und Arbeiter: «Die beiden Vorfälle sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Qualität der Bauarbeiten auf der Südumfahrung ausgezeichnet ist und auch der Kostenrahmen und der Zeitplan für eine Inbetriebnahme im Jahr 2019 eingehalten wird.»

Die bisherigen Untersuchungen hätten überdies keinen Anhaltspunkt dafür ergeben, dass eines der beteiligten Unternehmen die Regeln der Baukunde verletzt habe. Das Bau-departement betont zudem, dass im Vorfeld der Bauarbeiten der Baugrund mit einer überdurchschnittlichen Anzahl von Bohrungen erkundet und die Baugrundrisiken abgeklärt worden seien.