Freitag, 12. Januar 2018
Ein Flüchtling will Sanitär werden

Weldu Bahta will Sanitärinstallateur werden. Ein Küssnachter Sanitär-Betrieb gibt ihm die Chance dazu. Es ist für alle Beteiligten ein Experiment – mit positiver Zwischenbilanz.

fab. Wer in die Schweiz flüchtet, hofft auf eine Aufenthaltsbewilligung. Und wer sie erhält, kann sich nicht zurücklehnen, sondern sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, eine Arbeitsstelle zu finden und den Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Vielen anerkannten Flüchtlingen gelingt das nicht. Oft scheitern sie an der Sprache oder der Schulbildung. Gleichzeitig mangelt es dem Baugewerbe an Lehrlingen. Überhaupt sei es schwierig geworden, gute Leute für den Bau zu finden, sagt etwa Lars Iten, Geschäftsführer der gleichnamigen Küssnachter Sanitärfirma.
Nun wagt Iten ein Experiment: Seit dem Sommer bietet er einem jungen Eritreer eine Praktikumsstelle. Weldu Bahta hatte ihn in einer Schnupperlehre überzeugt. «Er zeigte viel Einsatz, Interesse und Wille», erzählt Iten, «also entschlossen wir uns, ihm eine Chance zu geben.» Bahta hat nun ein Jahr lang Zeit, sein Deutsch zu verbessern und sich erste Berufskenntnisse anzueignen. Als Belohnung winkt ihm eine zweijährige Anlehre. «Eine richtige Lehre wäre wohl zu happig», sagt Lars Iten. «Wenn er nicht mitkommt und es ihm verleidet, nützt das niemandem etwas.»

Wie sich der 28-jährige Praktikant aus Eritrea schlägt und mit welchen Herausforderungen er zu kämpfen hat, lesen Sie in der aktuellen Freitagsausgabe.