12WEB sbbDonnerstag, 8. Februar 2018
Geteiltes Echo auf
Schalter-Schliessung

Die SBB schliesst Ende Juni ihren Schalter am Bahnhof Küssnacht – aus wirtschaftlichen Gründen. Der Entscheid erntet Empörung, aber auch Verständnis.

fab. Die meisten Bahnreisenden dürften der Grepper Gemeindepräsidentin beipflichten: Wenn Claudia Bernasconi in Küssnacht auf den Zug umsteigt, hat sie ihr Ticket entweder bereits im Bus oder über ihr Smartphone gelöst oder tut dies am Billettautomat. «Den bedienten Schalter habe ich schon länger nicht mehr benützt», sagt sie. «Durch die neuen digitalen Möglichkeiten habe ich auch dazu beigetragen, dass er nicht mehr rentiert.»

Weil es fast 90 Prozent der Bahnreisenden der Grepperin gleichtun, hat sich die SBB entschlossen, den Schalter am Bahnhof Küssnacht per Ende Juni zu schliessen. Das enthüllte der ‹Bote der Urschweiz› am Montag. SBB-Sprecherin Franziska Frey bestätigt den Bericht.

Mit der Schliessung reagiere das Unternehmen auf die abnehmende Nachfrage nach bedientem Verkauf, sagt Frey. «Aufgrund dieses Rückgangs entstehen der SBB überproportional hohe Betriebskosten, welche in einem jährlichen Verlust im sechsstelligen Bereich resultieren.» Dies widerspreche dem Auftrag des Bundesrates, das operative Geschäft nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zu betreiben, erklärt sie. Die nächsten Bahnschalter finden Küssnachter und Reisende aus den Seegemeinden künftig in Rotkreuz, Arth-Goldau und Luzern.

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