Donnerstag, 21. Juni 2018
Pfarrer-Kündigung wirft Wellen

Die Kündigung des beliebten Pfarrers Werner Fleischmann ist seit Montag Gesprächsthema Nummer eins in Küssnacht. Mittlerweile 1200 Personen haben eine Petition unterzeichnet, welche die Wiederanstellung des Pfarrers verlangt. Demgegenüber steht eine unbekannte Zahl finanziell Geschädigter – und mittendrin der Kirchenrat der röm.-kath. Pfarrei Küssnacht.

fab. fab/su. Die Entlassung Werner Fleischmanns hat am Montag nicht nur die Küssnachter Katholiken, sondern den ganzen Bezirk überrascht. Seit über 20 Jahren sorgte der Pfarrer für das Seelenwohl der Küssnachter und tat dies derart gut, dass nun bereits 1200 Personen die Online-Petition «Wir wollen unseren Pfarrer zurück» unterzeichnet haben. Hunderte von Kommentatoren loben Fleischmann als «herzensgut», «hilfsbereit», «vorbildlich» und «menschlich». Viele finden, auch er habe eine zweite Chance verdient und der vorgebrachte Kündigungsgrund sei nicht gerechtfertigt, da es sich bei den Schulden des Pfarrers um eine private Angelegenheit handle. Manche wären sogar bereit, dem Pfarrer mit Spenden zu helfen, seine Schulden zu begleichen.

Fragen über Fragen
Jenseits der Solidaritätswelle wirft die Entlassung zahlreiche Fragen auf. Hatte der Pfarrer im Zuge seiner Spielsucht auch Gelder der Kirchgemeinde veruntreut? Wäre ihm dieser Zugriff überhaupt möglich gewesen? Unter welchen Bedingungen wäre der Kirchenrat bereit, eine Wiederanstellung Fleischmanns zu prüfen? Kann der Kirchenrat nachvollziehen, dass ihm das Bistum Chur sieben Jahre lang die Spielsucht und Finanzprobleme ihres Pfarrers verschwieg? Und was geschieht eigentlich mit den bereits angesagten Hochzeiten und Taufen, die Werner Fleischmann hätte durchführen sollen? All diese Fragen beantworten Kirchenratspräsident Hanstoni Gamma und die Pfarreibeauftragte ad interim, Claudia Zimmermann in der morgigen Ausgabe des ‹FS›.