web52 littering Sitzbank Freitag, 29. Juni 2018
Jugendliche zum ‹Güsle› verdonnert

Wegwerfen und Liegenlassen von Müll ist ärgerlich und kostspielig. Wer Littering begeht, muss mit Strafen rechnen. Bei ein paar Jugendlichen liess der Bezirk aber Milde walten.

lr. Auch in Küssnacht stellt Littering ein grosses Problem dar. Nach der Meldung eines Spaziergängers, welcher an einem beliebten öffentlichen Platz ein Littering-Vergehen feststellte, entschied sich die Bezirksverwaltung ein Zeichen zu setzen. «Anstelle einer Strafanzeige mit der Folge einer Ordnungsbusse haben wir uns entschieden, mit den Jugendlichen das Gespräch zu suchen – mit dem Ziel, die Jugendlichen in dieser Problematik zu sensibilisieren», sagt Christian Rust, Abteilungsleiter Infrastruktur auf Anfrage. «Damit zeigen wir, dass Littering nicht geduldet und gegen die Verursacher vorgegangen wird.» Während die Jugendlichen die Spuren der vergangenen Nacht aufräumten, machte der Passant Fotos und sorgte so für Anhaltspunkte für den Bezirk.

Einsichtigkeit bei Jugendlichen
Der Erstkontakt mit den Jugendlichen erfolgte telefonisch mit den Eltern. Das anschliessende Gespräch mit den Jugendlichen verlief laut Rust sehr angenehm: «Sie waren sehr kooperativ und einsichtig. Als Wiedergutmachung konnte man sich auf einen Arbeitseinsatz an einem Wochenende am Quai einigen.» Weitere Sanktionen haben die Jugendlichen nicht zu befürchten, auch die Polizei wurde in dieser Sache nicht eingeschaltet.

Ein Einzelfall?  
Ein eigentliches Programm zur Bekämpfung gibt es laut Rust nicht, vielmehr wird situativ vorgegangen. «Je nach Vorfall werden in der Verwaltung mögliche Massnahmen besprochen», ergänzt der Abteilungsleiter Infrastruktur. Weitere Arbeitseinsätze von Jugendlichen sind nicht geplant. Es werden aber vorbeugende Massnahmen, zum Beispiel zusätzliche Abfallkübel beim Pausenplatz des Schulhauses Seematt 1, getroffen. «An schönen Wochenenden hat es zu wenig Abfallkübel, um den gesamten Abfall aufnehmen zu können», sagt Christian Rust. Der Appell an die Küssnachter Bevölkerung lautet, den Abfall korrekt zu entsorgen.