web64s3 Freitag, 10. August 2018
Wunsch nach abendlichem Halbstundentakt

Zwischen Küssnacht und Rotkreuz sollen ab 2020 mehr Busse verkehren. Das gefällt dem Bezirksrat, doch regt er auch eine Verbesserung beim abendlichen S-Bahn-Verkehr an.

fab. Die letzten Züge von Luzern nach Küssnacht sind für Nachtschwärmer und andere Bahnreisende seit Jahren ein Ärgernis: Nach 22.00 Uhr bricht der Halbstundentakt ab und wer den 22.06-Zug ab Luzern verpasst, wartet über eine Stunde auf den nächsten – und zugleich letzten. Wer in Luzern oder gar Bern oder Basel einen kulturellen oder sportlichen Abendanlass besucht, bevorzugt daher oft das Auto. Die Verlängerung des Halbstundentakts der S3 ab Luzern respektive Goldau sei ein grosses Bedürfnis der Bevölkerung, schreibt denn auch der Küssnachter Bezirksrat in seiner Antwort auf die kantonale Vernehmlassung zum ÖV-Grundangebot 2020–2023, die er soeben nach Schwyz geschickt hat. Er wünscht zwei weitere S3-Kurse ab Luzern um 22.39 und 23.39 Uhr mit entsprechenden Pendants aus der Gegenrichtung.

Sorge um Anschlüsse
Insgesamt ist der Bezirksrat mit dem Entwurf des Schwyzer Baudepartements zufrieden. Dass die Busverbindungen von Küssnacht nach Rotkreuz ausgebaut werden sollen, begrüsst er ausdrücklich. Der Kanton plant, die Linie 53 (Küssnacht Rotenhofsstrasse–Rotkreuz) künftig halbstündlich verkehren zu lassen. Die Linie 27 (Küssnacht–Fänn–Rotkreuz) soll abgeschafft und in der Hauptverkehrszeit durch die halbstündlich geführte neue Linie 52 (Küssnacht Bahnhof–Fänn–Rotkreuz) ersetzt werden. Zusammen bilden die Linien 52 und 53 einen Viertelstundentakt, was auch über Rotkreuz hinaus pendelnden Fahrgästen Vorteile bringt.
Der Bezirksrat ortet diesbezüglich aber noch einige Fragezeichen: Die Anschlüsse des weiterhin verkehrenden Schnellbusses (Linie 28, Vitznau–Küssnacht Bahnhof–Rotkreuz Nord) sowie der Linie 53 an die Interregio-Züge nach Zürich müssten unbedingt gewährleistet sein, verlangt er. Dasselbe gelte für die Transportkette in der Gegenrichtung. Ausserdem seien die Anschlüsse in Rotkreuz an die S-Bahn-Haltestellen im Rontal sicherzustellen.

Parlament hat letztes Wort
Die Wunschliste des Bezirksrats geht noch etwas weiter: Er möchte, dass die neue Buslinie 52 nicht bloss bis zum Küssnachter Bahnhof, sondern bis ins Breitfeld verkehrt. Grund dafür ist, dass er wegen der neuen Taktung mehr Fahrgäste auf der Linie 2, damit auch längere Fahrgastwechsel an den Haltestellen, Verspätungen auf die S3 in Richtung Arth-Goldau und eine unattraktive Umsteigezeit am Bahnhof Küssnacht auf die Linie 52 erwartet.
Es liegt nun am Regierungsrat, die Küssnachter Wünsche und Vorschläge umzusetzen. Er entscheidet über die konkrete Vorlage an den Kantonsrat. Dieser wird voraussichtlich in seiner Dezembersession über das ÖV-Grundangebot 2020–2023 beraten.