web46PriscaBunter2 Donnerstag, 6. Juni 2019
Bünter: Taten wiegen mehr als Worte

Am 14. Juni finden in der ganzen Schweiz Demonstrationen für die Rechte der Frauen statt. Für diese setzt sich auch SP-Kantonsrätin Prisca Bünter ein.

mn/red. Der letzte nationale Frauenstreik liegt 28 Jahre zurück. Damals war die Küssnachterin Prisca Bünter 19 Jahre alt. Als Angestellte einer Bank und kurz vor den Abschlussprüfungen streikte sie nicht, konnte sich aber schon 1991 für die Anliegen begeistern. Heute ist die SP-Politikerin selber im Vorstand des Schwyzer Frauenstreik-Komitees. Dieses hat bereits vor der offiziellen Demonstration medial auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht, indem es männliche Strassennamen in weibliche umbenannt hat.

Geschlechtergerechte Sprache
In Anbetracht dieser Aktion stellt sich die Frage, inwiefern Sprache zentraler Aspekt oder eher Nebenschauplatz der Gender-Diskussion ist. Denn die Wortwahl widerspiegelt durchaus ein gewisses Rollenbild: «Mich hat es früher geärgert, dass wir noch immer mit Fräulein angesprochen wurden. Demgegenüber stand aber kein ‹Herrlein›. Heute bin ich froh, dass diese Anrede fast ausgestorben ist.» Sonst gibt sich Bünter aber recht pragmatisch, was das Thema geschlechtergerechte Sprache betrifft: «Wichtiger als die Schreibweise einzelner Worte ist die Art, wie man miteinander kommuniziert.» Auch beim ‹FS› ist die geschlechtergerechte Sprache immer wieder Thema. Wie sieht es aus, wenn die Zeitung von Politikern statt Politiker*innen spricht? Fühlt sich die Kantonsrätin da nicht mitgemeint? Bünter: «Ich habe gemischte Gefühle. Die gendergerechte Sprache ist für den Lesefluss sehr hinderlich. Wenn ich viel Zeit habe, schreibe ich geschlechtergerecht, auch mit Stern. Wenn es aber schnell gehen muss, dann meist nicht. Es ist wirklich ein Dilemma.»

Mehr zu Prisca Bünters Rolle im Schwyzer Frauenstreik-Komitee und was sie dort bewirken will, erfahren Sie in unserer aktuellen Freitagsausgabe.