web53urs durrer1 Dienstag, 2. Juli 2019
Drei Baustellen für kantonalen Standortförderer

Eine Werkschliessung, ein gescheitertes Strassensanierungsprojekt und das stille Versanden eines verheissungsvollen Leuchtturmprojekts: Gleich drei Rückschläge musste das Küssnachter Gewerbegebiet Fänn in den letzten Wochen und Monaten einstecken.

fab. Als «grossen Bluff» schimpften 2013 anonyme Verfasser eines aufsehenerregenden Flugblatts die hochfliegenden Pläne Georg Schinkos für das Fänn. Dem mittlerweile verstorbenen österreichischen Investor und Verwaltungsratspräsidenten der Neuroth Hörcenter AG schwebte im Fänn ein Medtech-Cluster mit über 1000 Arbeitsplätzen in der Medizinalbranche vor. Schinkos Headquarter sollte den Kern des Clusters bilden – und Küssnacht «das Herz des Medtech-Clusters Schweiz». Den eingangs erwähnten Flugblattschreibern war diese Flughöhe nicht nur zu hoch, sondern auch ziemlich suspekt. Um die Finanzierung stehe es «mehr als arg» und interessierte Investoren seien Fehlanzeige, schrieben sie. Den Stimmbürgern empfahlen sie deshalb ein Nein zur Umzonung im Fänn, welche dem Cluster den Weg ebnen sollte – vergeblich. Dennoch sucht man heute im Küssnachter Gewerbegebiet vergebens nach dem Medtech-Cluster. Über die ambitionierten Pläne ist saftiges Gras gewachsen. Die Baubewilligung für zwei moderne Geschäftshäuser lief Ende März ungenutzt aus, weil sich keine Investoren dafür fanden.

Mehrere Scherbenhaufen zugleich
Direkt neben den beiden Parzellen, auf denen der Businesspark hätte entstehen sollen, leert sich in diesen Tagen das Küssnachter Werk der Gerresheimer AG. 110 Arbeitsplätze gingen seit September 2018 verloren. Nun läuft die Suche nach einem Kaufinteressenten für das hochmoderne Produktionsgebäude. Gleichzeitig brüten das Schwyzer Tiefbauamt und das Bundesamt für Strassen (Astra) über einen weiteren Scherbenhaufen: Ende April wies das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) die Pläne des Astra für eine Sanierung des A4-Anschlusses mit deutlichen Worten zurück. Staus in den Stosszeiten bleiben vorerst also an der Tagesordnung und ärgern nicht nur die Auto- und ÖV-Pendler, sondern auch das Gewerbe. Überbrückungsmassnahmen sollen etwas Linderung bringen, bevor der Verkehrsknoten umgebaut und dessen Effizienz gesteigert werden kann. Inmitten dieser drei Baustellen versucht Urs Durrer, Vorsteher des kantonalen Amts für Wirtschaft, zukunftsträchtige Lösungen zu finden. Der ‹Freier Schweizer› hat mit dem Schwyzer Standortförderer über die neusten Entwicklungen und Perspektiven im Fänn gesprochen.

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