Donnerstag, 28. November 2019
Auf welches Echo stösst die Totalsanierung?

Seit dem Frühsommer 1913 ist die Seebodenalp per Auto erreichbar. Mittlerweile erachtet der Bezirksrat die Seebodenstrasse als stark sanierungsbedürftig. Sieben Mio. Franken will er dafür nächstes Jahr investieren.

fab. Am 25. Mai 1913 erschien auf der Seebodenalp zum allerersten Mal ein Automobil. Es vergingen nur wenige Tage, bis auch der erste Töff auf die Seebodenalp fand. «Trotz teilweise unvollendeter Strasse und den vielen Kurven hat Herr Mühlemann-Tresch die Höhe von 1030 Metern bei einer Steigung bis zwölf Prozent mit Leichtigkeit erreicht», berichtete damals der ‹FS›.

Auf die Bevölkerung wirkte die neue Bergstrasse in jenem Sommer wie ein Magnet, obschon sie noch nicht fertiggestellt war. Anfang August schrieb der ‹FS›, sie werde «zu Spaziergängen fleissig benützt und Equipagen und Auto sind keine Seltenheit mehr, die kühn nach Seeboden eilen». Die neue Verkehrsverbindung erfreute auch das Hotel. «Mit der neuen Strasse wird der Fremdenwelt in bequemer Weise ein weiterer aussichtsreicher Höhepunkt erschlossen», hiess es im ‹FS›. Vor allem aber erleichterte die Seebodenstrasse fortan die Alp- und Forstwirtschaft sowie den Alltag vieler Landwirte.

Am 5. März 1914 übernahm der Küssnachter Bezirksrat die Verantwortung über die Strasse. Anfang der 60er-Jahre wurde sie fertig geteert und ging schliesslich ins Eigentum des Bezirks über.

Teilsanierung scheiterte vor 14 Jahren
Seither hat sich nicht viel an der Seebodenstrasse verändert, ausser dass sich ihr Zustand verschlechtert hat. Wiederholt mussten einzelne Strassenabschnitte repariert werden. Eine Totalsanierung fand bislang nie statt, wäre mittlerweile aber nötig. Der Bezirksrat präsentiert deshalb an der kommenden Bezirksgemeinde ein kostspieliges Sanierungsprojekt und betont, es handle sich dabei nicht um einen Ausbau der Strasse.

Als der Bezirksrat vor 14 Jahren zwei Kurven der Seebodenstrasse sanieren wollte, stiess er auf derart viel Widerstand, dass der dafür vorgesehene Kritik wieder aus dem Budget gestrichen wurde. Nun befinden die Stimmbürger über ein deutlich umfassenderes, teureres Projekt, das unter anderem auch die Verkehrssicherheit verbessern soll. Der ‹FS› hat sich deshalb bei den wichtigsten drei Interessengruppen an und auf der Seebodenalp umgehört. Wie das Projekt bei ihnen ankommt, erfahren Sie in unserer aktuellen Freitagsausgabe.