Montag, 16. März 2020
Geschäfte und Restaurants schliessen

Der Bundesrat verschärfte am Montagnachmittag die Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus erneut. Ab Mitternacht müssen alle Restaurants, Läden und Freizeitbetriebe schliessen. Auch die Bezirksverwaltung reagiert.

fab. Was sich übers Wochenende abzuzeichnen begann, wurde am späten Montagnachmittag Tatsache: Der Bundesrat stufte die Situation in der Schweiz neu als ausserordentliche Lage ein und ordnete in allen Kantonen einheitliche Massnahmen an. Diese sind einschneidend: Ab Mitternacht und bis am 19. April sind öffentliche und private Veranstaltungen verboten. Davon betroffen ist im Bezirk Küssnacht der Infoabend der Interessengruppe ‹Lebenswertes Dorfzentrum Küssnacht›, der am Dienstagabend in der Aula des Schulhauses Ebnet hätte stattfinden sollen.

Schalter nur nach Terminvereinbarung geöffnet
Zahlreiche weitere Veranstaltungen im Einzugsgebiet des ‹FS› wurden bereits abgesagt. Definitiv nicht stattfinden wird auch der Neuzuzüger-Apéro des Bezirks Küssnacht am 26. März. Der Bezirksrat klärt ab, ob der Anlass auf Herbst 2020 oder aufs nächste Jahr verschoben wird. Sehr unwahrscheinlich scheint unter diesen Voraussetzungen auch, dass die Bezirksgemeinde plangemäss am 6. April stattfinden wird. Informationen dazu seitens des Bezirksrats liegen derzeit allerdings noch nicht vor.

Der Bezirksrat kündigte am Montagabend an, dass die Schalter der Verwaltung und des Gerichts ab sofort nur nach vorgängiger Terminvereinbarung geöffnet sind, um persönliche Kontakte möglichst klein zu halten. Das Ziel sei, möglichst viele Fragen via Telefon oder auf dem Korrespondenzweg zu beantworten.

Läden und Restaurants müssen schliessen
Hart treffen die vom Bund verordneten Massnahmen auch das Gewerbe: Ab Mitternacht und bis am 19. April müssen alle Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitgebetriebe geschlossen bleiben. Schliessen müssen auch Betriebe, in denen das sogenannte ‹Social Distancing› nicht umsetzbar ist, also etwa Coiffeursalons oder Kosmetikstudios.

Grundversorgung bleibt gewährleistet
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga betonte, der Bundesrat wolle «nicht den totalen Stillstand in diesem Land». Die Versorgung der gesamten Bevölkerung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Waren des täglichen Gebrauchs sei sichergestellt und es gebe genügend Vorräte. Offen bleiben daher Lebensmittelläden, Take-aways, Betriebskantinen, Lieferdienste für Mahlzeiten, Apotheken, Tankstellen, Bahnhöfe, Banken, Poststellen, Hotels, die öffentliche Verwaltung, soziale Einrichtungen sowie Werkstätten für Transportmittel. Auch Spitäler, Kliniken und Arztpraxen bleiben geöffnet. Auf nicht dringende medizinische Eingriffe wird aber verzichtet.

Dringender Appell an die Bevölkerung
«Wenn die Leute die Massnahmen einhalten, können wir die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen», insistierte Bundespräsidentin Sommaruga. «Jetzt braucht es einen Ruck.» Sommaruga bat die Bevölkerung, die Massnahmen mitzutragen, um noch drastischeren Einschränkungen vorzugreifen. Der Bundesrat appellierte an die Bevölkerung, alle unnötigen sozialen Kontakte zu vermeiden, Abstand zu halten und die Hygienemassnahmen des Bundesamts für Gesundheit zu befolgen. Er rief besonders gefährdete Personen wie etwa die ältere Bevölkerung dazu auf, zu Hause zu bleiben.

Aktuell zählt der Bund schweizweit 1680 bestätigte Corona-Fälle. Eine aktuelle Zahl für den Kanton Schwyz liegt nicht vor. Bis Sonntag wurden 13 bestätigte Fälle gezählt. Eine Delegation des Schwyzer Regierungsrats orientiert am Dienstagnachmittag über die aktuelle Lage im Kanton sowie die Koordination mit den Massnahmen des Bundes.