Dienstag, 19. Mai 2020
Uraltes Haus erhält neues Zuhause

Seit Dienstagmorgen steht das 440-jährige Fassbind-Haus da, wo ihm in den nächsten Jahren neues Leben eingehaucht wird. Für den erneuten Umzug war spektakuläre Millimeterarbeit vonnöten.

fab. Fünf Jahre lang ruhte das sogenannte Fassbind-Haus auf einem Betonsockel in der Schürmatt. Das anno 1580 erbaute Blockhaus musste 2015 dem Bau der Südumfahrung weichen und zwischengelagert werden, bevor es am Dienstagmorgen an seinen definitiven Bestimmungsort ganz in der Nähe gezügelt wurde. In der Unteren Schürmatt stellte das Küssnachter Stimmvolk den Eigentümern des Hauses vor vier Jahren ein Stück Bezirksland im Baurecht zur Verfügung. Die Bauherrschaft, bestehend aus den Brüdern Cornel und Hansjörg Bruggmann sowie Benno Holzgang, möchte es dort in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege restaurieren und wieder bewohnbar machen.

Anspruchsvolle Zügelaktion
Nachdem bereits der Umzug von der Seebodenstrasse zum Lagerplatz gut geklappt hatte, konnten die Bauherren der dienstäglichen Zügelaktion halbwegs gelassen entgegenblicken. Das Haus stand seit 2015 auf einer Konstruktion aus Stahlschwellen und war dadurch stabilisiert. Am Dienstagmorgen hob ein Schwertransporter das ganze Paket von seinen Betonsockeln und fuhr es einige Dutzend Meter dorfwärts. Dann war das Können des Kranführers gefragt. Er hob das Haus mitsamt der Stahlkonstruktion in die Luft und drehte es auf das neu erstellte Sockelgeschoss am künftigen Standort. «Nun muss noch hochgemauert werden, danach steht der Holzbau an», erklärte Benno Holzgang, als er der Zügelaktion beiwohnte. «Vorläufig steht das Haus also erneut quasi auf Legosteinen.»

Vorfreude auf die Restauration
Wann Holzgang und seine Mitstreiter mit der Restauration des historischen Hauses beginnen werden, steht noch nicht fest. Das Trio ist derzeit bereits stark durch die Arbeiten an der Brennerei und dem uralten Streiff-Sebi-Haus in der Rigigasse absorbiert. «Wir haben keinen Zeitdruck», betonte Benno Holzgang denn auch. Die Vorfreude auf die Restauration stand ihm derweil bereits ins Gesicht geschrieben. «Das Fassbind-Haus wird etwas rückgebaut und vereinfacht. Gleichzeitig wollen wir die alten Balken, ja überhaupt die alte Substanz, möglichst erhalten. Uns erwartet ein Flickwerk – aber ein cooles.»

Eine Fotogallerie der Zügelaktion finden Sie auf unserer Facebook-Seite.