Nachdem seine Tochter an der Küssnachter Chilbi eine Flasche Wein geschenkt bekam, stellt Jörg Neumann das Bewusstsein der Menschen für Jugendschutz infrage. Er fordert gezielte Kontrollen, ansonsten existiert der Jugendschutz seiner Meinung nach lediglich auf Papier.

aj. Oft kommen Jugendliche viel zu leicht an Alkohol, da Verkäufer weder nach Alter fragen noch einen Ausweis verlangen. Ein Fall, der sich letztes Jahr an einem Vereinsstand an der Küssnachter Chilbi ereignete, setzte dem ganzen Problem aber noch eins drauf. Da wurde zwei damals 14-jährigen Mädchen der Alkohol nicht verkauft, sondern geschenkt. «Meine Tochter und ihre Freundin machten bei einem Geschicklichkeitsspiel mit und gewannen auf Anhieb einen Preis», erzählt Jörg Neumann, Vater eines der Mädchen. Während sie noch über die möglichen Gewinne geschaut hätten, habe ihnen der Standmitarbeiter schon freudig eine Flasche Rotwein unter die Nase gehalten. «Da habt ihr doch sicher auch Freude dran und wenn nicht, vielleicht eure Eltern», soll er zu den beiden gesagt haben. Verdutzt hätten die Minderjährigen die Flasche entgegengenommen – und sie am Abend ungeöffnet zu Hause hingestellt. «Obwohl sie vorbildlich reagiert hatte, sprach ich natürlich anschliessend mit meiner Tochter über den Vorfall», sagt Neumann. Doch Ruhe liess er ihm trotzdem keine: «Ist das normal auf einer Chilbi und wie häufig kommt so etwas vor, fragte ich mich immer wieder.»

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