Auf die nächste Legislatur hin schafft der Bezirksrat die Ortsbildkommission ab. Künftig soll ein externes Fachbüro gewährleisten, dass das Ortsbild genügend Beachtung erfährt, wenn gebaut wird.

fab. Einstige SVP-Kämpen, diverse Bauherren und Architekten dürfte die Meldung freuen: Der Küssnachter Bezirksrat löst die Ortsbildkommission (OBK) per Ende Juni auf. Die OBK beriet bis anhin die Baukommission, indem sie Bauprojekte beurteilte, die das Küssnachter Orts- und Landschaftsbild beeinflussen. Spezielles Augenmerk richtete die OBK auf die Gestaltung von Neu- und Umbauten in den Kernzonen.
Die OBK war nie unumstritten. Vor zehn Jahren forderte die Küssnachter SVP gar ihre ersatzlose Abschaffung. Sie sei «nutzlos» und «ineffizient», argumentierte die SVP damals und sprach von einem «Riesenärgernis» für Bauwillige. Dennoch hielt der Bezirksrat an der OBK fest und betonte, er wolle nicht auf deren fachliche Beurteilungen verzichten.
Auf eine Fachberatung will der Bezirksrat auch in Zukunft zählen können. Nur setzt er dabei nicht mehr auf die achtköpfige OBK, sondern auf ein externes Fachbüro, das er noch auswählen will.

Professionalisierung angestrebt
Nach den Gründen für den Strategiewechsel gefragt, zögert der zuständige Bezirksrat Roman Schlömmer etwas. Er wolle niemandem zu nahe treten, sagt er und ringt um diplomatische Worte. Kurzum: In den Augen der Baukommission ist die Ortsbildkommission den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Die OBK setzt sich aus Fachpersonen zusammen. Diese engagieren sich freiwillig, weshalb ihrem Aufwand und der Tiefe, mit der sie sich mit Bauprojekten auseinandersetzen können, Grenzen gesetzt sind. Gleichzeitig muss sich die Baukommission in Einspracheverfahren auf sorgfältige Beurteilungen der OBK stützen können. Offenbar erntet sie dafür oft Kritik. «Wir wollen deshalb das Ganze professionalisieren», sagt Schlömmer und unterstreicht: «Wenn wir Leistung kaufen, können wir auch mehr einfordern.» Er räumt ein, das habe natürlich seinen Preis. Dieser hängt von der Anzahl Fälle ab, die das externe Fachbüro zu beurteilen hat. Unter dem Strich rechnet der Bezirksrat mit einer Verdoppelung bis Verdreifachung der Kosten.
Wie die OBK-Mitglieder zur Auflösung ihrer Kommission stehen, konnte der ‹Freier Schweizer› auf die Schnelle nicht in Erfahrung bringen. OBK-Präsidentin Rafaela Fux wollte dazu auf Anfrage des ‹FS› am Donnerstag nicht Stellung nehmen.