Der Immenseer Ruedi Baumann zögerte nicht lange, als er vom grossen Flüchtlingsstrom aus der Ukraine las. Sofort startete er eine Hilfsaktion.

aj. «Seit letztem Donnerstag weiss ich definitiv, dass die Geldspenden aus der Schweiz für ukrainische Flüchtende sinnvoll eingesetzt werden und es unbegrenzten Bedarf gibt», sagt Ruedi Baumann. Vergangene Woche startete er eine Hilfsaktion: Er reiste mit einem Beifahrer nach Polen und bringt dort nun regelmässig mit den Spendengeldern gekaufte Hilfsgüter an die polnisch-ukrainische Grenze. «Wir konzentrieren uns darauf, die wirklich benötigte Ware zu kaufen und an die richtigen Stellen zu transportieren.» Diese würden anschliessend grossmehrheitlich mit Kleintransportern in die Ukraine gebracht. «Das Leid hier ist unendlich gross und mit dem gespendeten Geld kann ich wirklich etwas bewegen», sagt Baumann. «Ich danke allen Spendern von ganzem Herzen und garantiere nach wie vor, dass kein Franken für Verwaltungskosten verschwindet, sondern alles den Flüchtenden zu Gute kommt.»

Zur Flucht motivieren
Der Immenseer verteilt aber nicht nur Hilfsgüter. Er engagiert sich auch als Chauffeur. Während diesen zwei Wochen in Polen transportiert er Flüchtlinge von der Grenze an sichere Orte oder organisiert ihnen Mitfahrgelegenheiten. So nahmen etwa seine Freunde Maria und George aus Immensee am Wochenende die vierköpfige Familie Vikki aus dem Basislager in Krakau mit in die Schweiz. Die ukrainische Familie kenne Leute, die innerhalb der Ukraine seriöse Flüchtlingstransporte machten. «Wer Verwandte in der Ukraine hat und diese zur Flucht motivieren möchte, kann sich gerne bei mir melden», ruft der Immenseer die ukrainische Diaspora in der Schweiz auf.

Es hat noch Plätze frei
Am Sonntag holten Ruedi Baumann und sein Mitfahrer Thomas eine junge Mutter und ihre zwei Töchter an der ukrainisch-polnischen Grenze ab. Sie bleiben nun bis Ende Woche im Basislager in Krakau und helfen den beiden Schweizern beim Übersetzen, wenn weitere Flüchtlinge ankommen. So könne das Vertrauen zu ihnen viel besser aufgebaut werden. Die beiden freiwilligen Helfer brechen am Samstag ihr Lager in der Swisspor-Niederlassung in Krakau ab und reisen zurück in die Schweiz. «Die Mutter und ihre Kinder nehmen wir auf unserem Weg mit und setzen sie in Deutschland ab.» Für die Heimfahrt haben die beiden noch 14 Plätze frei.

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