Seit einem halben Jahrhundert kann Küssnacht nordseitig umfahren werden. Die Planung dafür dauerte geschlagene 19 Jahre. Es ist eine Geschichte von nicht gehaltenen Versprechungen, bis sogar der Bezirksrat öffentlich Kanton und Bund angriff.

fab. Es dauerte Jahrzehnte, bis die Küssnachter Südumfahrung realisiert wurde. Ältere Semester dürfte das jahrzehntelange Hin und Her nicht überrascht haben: Sie kannten Gleiches bereits von der Nordumfahrung. Deren Planung hatte bereits 19 Jahre gedauert. Für den Bau der 1,3 Kilometer langen Umfahrungsstrasse benötigten die Arbeiter danach keine zwei Jahre.
Am 25. März 1972 wurde die Nordstrasse schliesslich feierlich eingeweiht, allerdings nicht ohne einen Zwischenfall: Eine Küssnachter Fahne sowie das Band, das der kantonale Baudirektor zur Eröffnung durchschneiden sollte, waren plötzlich nicht mehr auffindbar. Um ein Missgeschick dürfte es sich dabei kaum gehandelt haben, sondern vielmehr um eine Sabotageaktion: Einerseits gab es Landbesitzer, die mit ihrer Enteignungsentschädigung nicht zufrieden waren und dies an der Einweihungsfeier lautstark zum Ausdruck brachten. Andererseits waren die Bewohner des Quartiers Lindenland besorgt, weil in ihren Augen die Tunnelausfahrt in der Litzi respektive die Einmündung des Lindenwegs zu gefährlich war. Kritisiert wurde ausserdem, dass man bei der Kreuzung mit der Artherstrasse beim Schützenhaus im Ebnet schlicht die Fussgänger vergessen hatte.
Zumindest das Band-Problem konnte an jenem Tag gelöst werden. In letzter Minute wurde Ersatz beschafft und Baudirektor Xaver Reichmuth konnte die Strasse für den Verkehr freigeben. Der ‹FS› gab danach übrigens seiner Hoffnung Ausdruck, in sechs Jahren möge die Südumfahrung folgen. Erst dann werde Küssnacht wieder zu einem Kurort.

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